Der Mittlere Ring in Leipzig
Das Verkehrskonzept der Stadt Leipzig sieht zwischen dem
Tangentenviereck am Stadtzentrum und dem Autobahnring (A9/A14/A38) einen mittleren Ring vor,
der wesentliche Verkehrsströme vom Stadtzentrum fernhalten soll. Um diesem Ziel gerecht zu
werden, muss diese Trasse aufnahmefähig sein und einen zügigen Verkehr
ermöglichen. Gleichzeitig sollte aber auch die Beeinträchtigung der Bürger so gering
wie möglich bleiben.
Im Norden der Stadt ist dieser Ring schon in Teilen realisiert. Im Osten ist inzwischen mit dem Ausbau der Theodor-Heuss-Straße der Anschluss der B6 an den Mittleren Ring hergestellt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt fließt der Verkehr in Richtung Süden von dort über die Paunsdorfer Straße nach Mölkau. Im Kreuzungsbereich Paunsdorfer Str./Engelsdorfer Str./Rosenbaumstr./Sommerfelder Str. schlängelt sich der Verkehr links- und rechtsabbiegend durch das Ortszentrum und kreuzt sich gleichzeitig mit dem Stadt-Umlandverkehr. Die Sommerfelder Straße führt in Stötteritz zum nächsten engen Knotenpunkt: Sommerfelder Str./Zuckelhausener Str./Holzhäuser Str./Kolmstr. Weiter geht es durch das Wohngebiet von Stötteritz zur Prager Straße. Auf der Straße An der Tabaksmühle wird der Vorplatz des Völkerschlachtdenkmals durchquert und schließlich die Richard-Lehmann-Straße erreicht.
Dieser Trassenverlauf durchschneidet Wohngebiete, kreuzt Einkaufs- und Schulwege sowie andere Verkehrsströme und schlängelt sich durch winklige Engstellen, entspricht also in keiner Weise einer leistungsfähigen Verkehrsader. Selbst wenn, wie in einer Ausbauvariante vorgesehen, die Kreuzungen mit der Engelsdorfer Straße und mit der Holzhäuser Straße durch Begradigungen etwas entschärft werden, werden weiterhin eine Vielzahl unerlässliche Ampeln den Verkehr ständig ausbremsen. In den Ampelbereichen entstehen besonders viel Abgase und der durch das wiederholt erforderliche Anfahren verstärkte Verkehrslärm lässt sich kaum durch Lärmschutzmaßnahmen eindämmen. Am Völkerschlachtdenkmal werden durch den zu erwartenden erhöhten Verkehr Veranstaltungen nicht mehr möglich sein.
Neben der geschilderten "Wohngebietsvariante" gibt es aber auch noch eine andere Möglichkeit für den Trassenverlauf, die sogenannte "Bahnvariante". Hier würde der Verkehr gleich nach den Brücken am Bahnhof Paunsdorf nach rechts abbiegen, sich dann an die Eisenbahntrasse anschmiegen und so geradlinig bis zur Richard-Lehmann-Straße verlaufen. Diese Straßenführung würde nur wenige Anlieger tangieren. Der Bahndamm und ein möglicher Geländeeinschnitt würden den Verkehrslärm nach einer Seite schlucken und an kritischen Stellen, etwa im Bereich der Karl-Härting-Straße, ließe sich problemlos auf der anderen Straßenseite eine Lärmschutzwand errichten. Darüber hinaus bietet diese Variante die Möglichkeit, Kreuzungen planfrei auszubilden und sie entlastet den Platz vor dem Völkerschlachtdenkmal.
Zu beiden Varianten werden in der Karte jeweils vier exemplarisch ausgewählte Punkte dargestellt.